
Bremen, 27. April 2012 – Wenn der Magen brennt, der Bauch sich bläht, Schmerzen und Übelkeit hinzukommen, greifen Betroffene oft vorschnell zur Tablette. Doch nicht bei allen Beschwerden sollte die Pille erstes Mittel der Wahl sein. „Man sollte zunächst bei einem Arzt ernsthafte Erkrankungen ausschließen“, sagt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. Aber auch etwas Anderes sollte man dringend unter die Lupe nehmen: die Ernährung. mehr...

Bremen, 13. März 2012 – Wer auf Facebook derzeit Medikamente zu Schnäppchenpreisen erwerben möchte, sollte lieber die Finger davon lassen. Denn nicht immer ist das drin, was drauf steht, warnt die Apothekerkammer Bremen. „Die Arzneimittelkriminalität hat sich nun auf die sozialen Netzwerke ausgeweitet. Neben gefälschten Medikamenten sind dort auch Drogen im Umlauf“, sagt Kammerpräsident Dr. Richard Klämbt. Im Fokus der illegalen Online-Apotheken stehen dabei vor allem Jugendliche und junge Erwachsene.
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Bremen, 2. Februar 2012 – Vitamin D soll nach neuesten Erkenntnissen nicht nur die Knochen stärken, sondern das gesamte Immunsystem beeinflussen. „Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang von Vitamin D und diversen Erkrankungen, eindeutige Belege gibt es aber nicht“, sagt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. So soll sich ein Vitamin-D-Mangel auf den gesamten Körper, seine Abwehr und Organe auswirken. Neben Osteoporose erhöhe sich damit auch das Risiko für Herz-Kreislauf- und zahlreiche Infektionserkrankungen. Vitamin D sollte dennoch nicht als Allheilmittel verstanden werden. Von einer vorschnellen Einnahme von hochdosierten Vitamin-D-Präparaten rät Klämbt deshalb ab. mehr...

Bremen, 1. März 2012 – Rund um Ausbildungsberufe ging es am 28. Februar auf der Ausbildungsplatz-Börse im Berufsinformationszentrum (BIZ) in Bremen. Am Messestand der Apothekerkammer Bremen präsentierte Ulla Odendahl, Mitglied des Berufsbildungs- und Prüfungsausschusses der Kammer, die Berufsfelder in der Apotheke. Mit Unterstützung von zwei engagierten Auszubildenden gab sie einen praxisnahen Einblick in Ausbildung und Tätigkeiten der Apotheker, der Pharmazeutisch-Technischen Assistenten (PTA) und der Pharmazeutischen-Kaufmännischen Assistenten (PKA). mehr...
Bremen, 2. Februar 2012 – Vitamin D soll nach neuesten Erkenntnissen nicht nur die Knochen stärken, sondern das gesamte Immunsystem beeinflussen. „Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang von Vitamin D und diversen Erkrankungen, eindeutige Belege gibt es aber nicht“, sagt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. So soll sich ein Vitamin-D-Mangel auf den gesamten Körper, seine Abwehr und Organe auswirken. Neben Osteoporose erhöhe sich damit auch das Risiko für Herz-Kreislauf- und zahlreiche Infektionserkrankungen. Vitamin D sollte dennoch nicht als Allheilmittel verstanden werden. Von einer vorschnellen Einnahme von hochdosierten Vitamin-D-Präparaten rät Klämbt deshalb ab. mehr...

Bremen, 20. Dezember 2011 – Ob Plätzchen und Gänsebraten zu Weihnachten oder Käsefondue und Prosecco zu Silvester. Eines ist sicher: Zu keiner anderen Jahreszeit wird so viel gesündigt wie Ende Dezember. „Das schlägt nicht nur auf Hüften und Magen, sondern bei ernsthaften Vorerkrankung auch auf Herz, Kreislauf und Stoffwechsel“, sagt Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. Insbesondere Personen mit Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes und Übergewicht sollten deshalb in Maßen genießen und ihre Ernährung überdenken, bevor sie mit der Schlemmerei an Festtagen beginnen. mehr...

Bremen, 9. November 2011 – Mit Beginn der kalten und feuchten Jahreszeit steigt die Zahl der Harnwegsinfektionen und deren Beständigkeit. „Oft entwickelt sich aus einer einfachen Blasenentzündung ein lästiger und teilweise schmerzhafter Dauerbrenner“, sagt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. Schnelle Abhilfe schaffen Antibiotika, auf deren Einnahme aber möglichst verzichtet werden sollte. Verträglicher sind hingegen pflanzliche Arzneimittel. Sie helfen aber nur dann, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden. mehr...
Normalerweise ist es ein Fachvortrag für Studenten der Biochemie. Am 12. Oktober hingegen informierten die Professoren Dr. Theodor Dingermann und Dr. Dieter Steinhilber von der Goethe Universität Frankfurt am Main interessierte Bremer. Unter dem Titel „Freddie Mercury – ein Leben mit AIDS“ entführten sie die Hansestädter in das Leben von Freddie Mercury und berichteten über die Hintergründe seiner HIV-Infektion. Veranstaltet wurde der Vortrag von der Wittheit zu Bremen e.V. in Kooperation mit der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft e.V. (DPhG). Die Einladung erfolgte ebenfalls durch die Apothekerkammer Bremen. mehr...
Rund 70 Prozent aller Diabetiker leiden an trockener Haut. Grund dafür sind die erhöhten Blutzuckerwerte und die dadurch verminderte Aktivität des Stoffwechsels. „Das wiederum wirkt sich negativ auf die Funktion von Schweiß- und Talgdrüsen aus. Die Haut kann nicht mehr ausreichend Fett und Feuchtigkeit speichern und trocknet aus“, sagt Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. Dadurch sei sie anfälliger für Verletzungen, aber auch für schmerzhafte Hautinfektionen. mehr...
Wer seine Reiseapotheke zusammenstellt, sollte die Einfuhrbestimmungen des Reiselandes kennen. Das gilt insbesondere für Personen, die auf verschreibungspflichtige Medikamente angewiesen sind. „Für manche Arzneimittel gelten strenge Zollvorschriften“, sagt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. Oft müsse eine ärztliche Bescheinigung mitgeführt werden, die die Notwendigkeit des Medikamentes aufzeige. mehr...
Bremen, 26. Mai 2011 – Bei wässrigem oder blutigem Durchfall sollten Betroffene keine Selbstmedikation durchführen, sondern möglichst schnell einen Arzt aufsuchen. „Sollte der EHEC-Erreger Ursache der Symptome sein, ist von einer Therapie im Selbstgang abzuraten“, sagt Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen.
Bei EHEC handelt es sich um ein Darmbakterium, das schwerste Durchfallerkrankungen und akutes Nierenversagen verursachen kann. mehr...
Institut für Wirtschaftpublizistik 03. Mai 2011 - So günstig regelmäßiger Alkohol für die Gefäße sein mag, so schlecht ist er für das Krebsrisiko. Nach aktuellen Schätzungen, die auf Daten der großen EPIC-Studie in Europa bei fast 364.000 Personen beruhen, ist Alkoholkonsum Ursache für rund einen von 10 Krebsfällen bei Männern und einen von 33 Krebsfällen bei Frauen. Dies berichtet der Medizin Report in seiner aktuellen Ausgabe. mehr...

Wenn es im Ohr rauscht, klingelt oder piept sollte unverzüglich ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Denn schnell kann aus den kürzlich erworbenen Ohrgeräuschen ein dauerhafter Begleiter werden. Kommt es zu einer chronischen Form, ist der Leidensdruck der Betroffenen groß. Über Ursachen des Tinnitus und den Einsatz von Arzneimitteln berichtet Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen.
Als Tinnitus bezeichnet wird die subjektive Hörempfindung. „Die Betroffenen nehmen Töne oder Rauschen wahr, ohne dass ein tatsächliches Geräusch vorhanden ist“, so Justus. Zudem seien sie überempfindlich gegenüber äußeren Geräuscheinwirkungen. Manche berichteten ebenfalls über ein watteartiges Druckgefühl in den Ohren. „Das ständige Geräusch kann Patienten belasten und Schlaf- und Konzentrationsstörungen bewirken.“ Insbesondere in Stresssituationen, bei Schlafmangel, in Krankheitsphasen sowie bei dauerhafter körperlicher oder psychischer Belastung verstärke sich der Tinnitus. In Ausnahmefällen könne er ebenfalls Depressionen zur Folge haben.
Je nach Ursache kann ein Tinnitus vorübergehend oder chronisch sein. Dauere er länger als drei Monate an, spreche man von einer chronischen Verlaufsform. Justus: „Er ist keine Erkrankung, sondern eher ein Symptom einer solchen.“ Zu den organischen Ursachen zählten Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen der Hirngefäße oder Fehlstellungen der Hals-Wirbel-Säule oder des Zahn-Kiefer-Bereiches. Altersschwerhörigkeit begünstige ebenfalls einen Tinnitus. Oft könne keine organische Ursache festgestellt werden. Justus: „Man nimmt an, dass der Auslöser für die Geräuschempfindung eine falsche Informationsübermittlung zwischen den Sinneszellen des Ohrs oder des Gehirns ist.“ Das bewirke eine Funktionsänderung der Hörnerven. „Häufig werde diese Änderung durch psychosomatische Störungen oder Stress ausgelöst.“ Oft ist sie aber auch Folge von Lärmexposition oder eines Knalltraumas. Auftreten könne sie aber auch infolge eines Hörsturzes, einer Mittelohrentzündung oder einer Durchblutungsstörung in Ohr und Gehirn.
Die Behandlungsmethoden sind vielfältig, deren Wirksamkeit aber nicht sicher. „Die Schwierigkeit in der Behandlung besteht vor allem darin, dass man oft gar nicht die Ursache der Ohrgeräusche kennt“, so Justus. Verordnet werden die Medikamente zur Therapie des Ohrgeräusches in den ersten sechs bis acht Wochen, nachdem der Tinnitus erstmalig aufgetreten ist. Sie sollen die Durchblutung des Innenohres verbessern und die Signalverarbeitung in Innenohr und Hörnerv normalisieren.
Bei einem Tinnitus unbekannter Ursache erfolge zunächst eine Behandlung mit Glukokortikoiden. „Das sind Hormone, die entzündungshemmend wirken. Sie sollen mögliche Infektionen therapieren“, so Justus. Zusätzlich erfolgten Infusionen mit Mitteln zur Blutverdünnung. Weiterhin erhielten Betroffene durchblutungsfördernde und gefäßerweiternde Arzneimittel. „Bei chronischen Verlaufsformen finden zusätzlich die so genannten Nootropika Einsatz – das sind Arzneimittel, die die Hirnleistung verbessern und sich vorteilhaft auf das zentrale Nervensystem auswirken sollen.“ Dazu zähle beispielsweise der pflanzliche Wirkstoff Ginkgo.
„Oft bringen Arzneimittel aber keine Linderung“, berichtet Justus. In diesem Falle stünden andere Therapiemöglichkeiten zur Option. Bei einer so genannten hyperbaren Sauerstofftherapie befinde sich der Patient in einer Überdruckkammer und atme reinen Sauerstoff über eine Atemmaske ein. Durch künstlich erzeugten Überdruck werden Blut und Gewebe verstärkt mit Sauerstoff versorgt, wodurch sauerstoffreiches Blut in das Innenohr gelange.
Tinnitus Masker und Noiser gehörten zu den so genannten Retraining-Maßnahmen. Justus: „Der Masker soll den Tinnitus durch ein intern erzeugtes Geräusch überdecken. Der Noiser versucht hingegen die Wahrnehmung des Geräusches durch ein anderes Geräusch wegzulenken.“ Ähnlich wie ein Hörgerät werden sie im Gehörgang oder hinter dem Ohr platziert. Betroffene sollten in jedem Fall lernen, ihren Tinnitus zu akzeptieren. „Autogenes Training und Joga können dabei unterstützend wirken.“ Vielfach leiste Akkupunktur einen Beitrag zur Minderung des Höreindruckes.

Bremen, 7. Februar 2011 – Wer regelmäßig zu Schmerztabletten greift, bekämpft nicht nur die Schmerzen, sondern ruft sie unter Umständen sogar selbst hervor. „Eine langfristige Einnahme kann zu Schmerzen führen, die durch das Schmerzmittel ausgelöst werden“, warnt Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. Eine dauerhafte Schmerztherapie im Selbstgang kann zudem lebensgefährliche Gesundheitsschäden verursachen.
„Viele Menschen möchten jederzeit leistungsfähig sein und denken nicht darüber nach, welche gesundheitlichen Folgen die häufige Einnahme von Medikamenten hat“, sagt Justus. Der Griff zur Schmerztablette sei für viele einfacher und schneller, als den Schmerz mit frischer Luft, Trinken und Entspannung zu therapieren oder die Ursache zu bekämpfen. Eine Langzeiteinnahme bewirke häufig einen so genannten Analgetika-Schmerz. Justus: „Das ist ein Schmerz, den Schmerzmittel als Nebenwirkung durch die Gewöhnung verursachen.“ Dies sei eine chronische Schmerzform, die sich nur schwer behandeln lässt. „Es entsteht ein Teufelskreis. Der Betroffene nimmt Schmerztabletten gegen den Schmerz ein, was wiederum neue Schmerzen verursacht.“ In diesem Stadium spreche man bereits von einer Medikamentenabhängigkeit.
Rezeptfrei bedeutet nicht risikofrei
Insgesamt habe die Selbstmedikation in den letzten Jahren zugenommen, vor allem aber der Erwerb von rezeptfreien Schmerzmitteln. „Um dem Missbrauch entgegen zu wirken, sind schmerzlindernde Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Paracetamol nur in reichdauerorientierten Packungsgrößen in der Apotheke erhältlich“, so Justus. Die Wirkstoffe sind bei unsachgemäßer Anwendung eine Gefahr für die Gesundheit. „Der erhöhte Gebrauch von Paracetamol kann zu schweren Leberschäden führen.“
ASS werde auch in niedrig-dosierter Form zur Prophylaxe bei Patienten mit Herzerkrankungen eingesetzt. In keinem Fall dürfen die Betroffenen ASS und Ibuprofen zusammen einnehmen. „ASS ist blutverdünnend und verhindert, dass die Blutplättchen zusammenkleben. Ibuprofen hebt genau diese Wirkung wieder auf“, erklärt die Kammergeschäftsführerin. Herzpatienten sollten deshalb Arzt und Apotheker darauf aufmerksam machen, dass sie bereits mit ASS therapiert werden.
Eine dauerhafte Einnahme von ASS im Selbstgang könne Niere und Magen schädigen und zu inneren Blutungen führen. Gleiche Nebenwirkungen seien bei einer Langzeittherapie mit Ibuprofen zu erwarten. Schwangere sollten grundsätzlich vor der Einnahme eines Schmerzmittels einen Arzt konsultieren. „Während der Schwangerschaft ist ASS und Ibuprofen allerdings kontraindiziert“, sagt Justus. Zudem dürften Kinder keinesfalls ASS einnehmen. „Das kann zu dem so genannten Reye-Syndrom führen, einem lebensgefährlichen, nicht-behandelbaren Syndrom, das schwere Leber- und Gehirnschäden nach sich zieht.“
Schmerzmittel sollten in der Regel nicht länger als drei Tage in Folge oder zehnmal pro Monat eingenommen werden. „Patienten, die die zugelassene Höchstdosierung und Dauer der Anwendung überschreiten, setzen in jedem Fall ihre Gesundheit auf‘s Spiel“, so Justus.

Bremen, 29. Oktober 2010 - Eine Tablette schlucken kann jeder. Ob sie aber richtig eingenommen wird, ist damit noch lange nicht gesagt. Denn Wirksamkeit und Schutz hängen nicht nur von der regelmäßigen Einnahme ab, sondern auch von der Darreichungsform. „Eine falsche Zubereitung oder Anwendung von Arzneimitteln kann nicht nur zur Unwirksamkeit des Medikamentes, sondern auch zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen“, sagt Christina Jäger, Apothekerin und Referentin der Apothekerkammer Bremen.
Laut Deutschem Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) gaben die Bremer Apotheken in 2009 rund 1,8 Millionen Packungen beratungsbedürftiger Medikamente an den Verbraucher ab. Dabei waren vor allem diejenigen Arzneimittel, deren Anwendung zunächst einfach erscheint, in ihrer Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. „Spitzenreiter waren Tabletten, dicht gefolgt von Arzneien für die Augen sowie inhalative Formen wie Asthmasprays“, sagt Jäger.
„Tabletten zu teilen erfordert nicht nur Geschick, sondern auch Knowhow. Nicht alle Tabletten dürfen bedenkenlos geteilt werden“, sagt Jäger. Die Teilbarkeit hänge von der Beschaffenheit und Zusammensetzung des Wirkstoffes ab. „Also von der Galenik, die wiederum die Darreichungsform bestimmt.“So sei die Teilung oder das Zerkauen der sogenannten Retardformulierungen wie Dragees und zahlreichen anderen Tabletten untersagt. Die Ummantelung bewirke, dass die Inhaltsstoffe erst zeitverzögert freigesetzt werden, erklärt Jäger. „Wird der Mantel zerstört, lösen sich die Wirkstoffe frühzeitig und in großen Mengen genau dort, wo sie nicht Heilung, sondern Schaden verursachen.“
Schmerztabletten in Retardform seien zum Beispiel darauf ausgelegt, den Wirkstoff zeitverzögert und kontinuierlich über einen längeren Zeitraum abzugeben. „Werden sie in zerkleinerter Form eingenommen, gelangt die gesamte Wirkstoffmenge unverzüglich in den Blutkreislauf und kann zu einem lebensgefährlichen Herz- und Kreislaufkollaps führen“, warnt Jäger. „Auch Zytostatika, die zur Behandlung von Krebs und Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden, dürfen nicht geteilt werden.“ Das könne zu schweren Vergiftungen führen. Tabletten sollten nur in Rücksprache mit Arzt oder Apotheker zerteilt werden.
Insbesondere Eltern sollten sich genau über die Darreichung der Medikamente ihrer Kinder informieren. „Das betrifft vor allem die Zubereitung von Arzneimittelen wie Antibiotikasäfte zu“, so Jäger. Zu viel oder zu wenig Wasser führe zu falschen Dosierungen, die gesundheitliche Schäden verursachen könnten. Werde der Saft zu hoch dosiert, könne dies zu gefährlichen Nebenwirkungen führen. Sei die Dosis hingegen zu niedrig, könne die Wirkung nicht richtig entfalten und führe langfristig zu Resistenzen. Messlöffel seien ungenau in der Dosierung. Jäger: „Deshalb sollten graduierte Dosierhilfen verwendet werden, die in jeder Apotheke erhältlich sind.“ Dort könnten die Arzneisäfte ebenfalls von dem fachkundigen Personal angefertigt werden. Verdünnt werden sollten die Säfte stets mit Leitungswasser.
Bei der Verabreichung von Augentropfen komme es nicht nur auf Hygiene an, sondern auf die richtige Technik. „Kinder haben häufig Angst vor Augentropfen. Deshalb empfehlen wir die sogenannte kanthale Anwendung“, so Jäger. Dabei müsse ein Elternteil das Kind auf dem Arm nehmen und diesem bei geschlossenen Augen in den inneren Lidwinkel tropfen. Jäger: „Im Anschluss öffnet das Kind die Augen und die Flüssigkeit fließt ins Auge.“ Wie bei Erwachsenen spiele auch hier die Hygiene eine wesentliche Rolle: So dürfe die Tropfspritze nicht das Auge berühren.
Bremen, 27. August 2010 - Am 8. August hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Schweinegrippe-Pandemie für beendet erklärt. Dies aber bedeutet nicht, dass das Virus verschwunden ist. Experten schätzen, der Erreger kursiert in Form eines saisonalen Grippevirus weiter. Vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken oder Schwangeren besteht erhöhte Infektionsgefahr. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät deshalb zur Impfung gegen die saisonale Grippe, denn: Im neuen Impfstoff ist der Influenza-Stamm der Schweingrippe enthalten.
Derzeit geht die WHO davon aus, dass der H1N1-Erreger auch in der Grippesaison 2010/11 dominieren wird. Die Zirkulation anderer Influenzaviren wie der H3N2-Erreger oder aber die Influenza-B-Stämme kann aber nicht ausgeschlossen werden. Ab September dieses Jahres enthält der neue Grippeimpfstoff deshalb Komponenten gegen alle drei Viren – auch gegen den Influenza-Stamm der Schweinegrippe. „Das kann manchen verunsichern. Entweder weil er bereits geimpft ist, sich generell nicht gegen Schweinegrippe impfen lassen möchte oder Bedenken bei der Impfkombination hat“, sagt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen.
Bei bereits gegen Schweinegrippe geimpften Personen gehen Experten davon aus, dass diese Immunität durch die neue Grippeimpfung optimiert werde. Auch die Kombination von drei verschiedenen Komponenten sei unbedenklich: Bereits in der vergangenen Saison seien viele Personen kurz nacheinander gegen Schweinegrippe und saisonale Grippe geimpft worden, ohne dass verstärkte Nebenwirkungen auftraten.
Grippeimpfung vor allem Schwangeren empfohlen
Trotz der mittlerweile vollständigen Zulassung des Pandemie-Impfstoffes Pandemrix empfiehlt die Ständige Impfkommission nur noch die Impfung gegen die saisonale Grippe. Für acht Millionen Dosen hat das Paul-Ehrlich-Institut bereits am 11. August die Freigabe erteilt. Insgesamt sind 21 Impfstoffe zugelassen: Sie unterscheiden sich in ihrer Wirkungsweise von dem pandemischen Impfstoff des vergangenen Jahres. Im Gegensatz zum damaligen Impfstoff enthielte der neue keinen Wirkverstärker, betont Klämbt. Eine Ausnahme bilde hier allerdings der Grippeimpfstoff Fluad: Dieser beinhalte nach wie vor den Wirkungsverstärker und sei für Personen über 65 Jahre entwickelt.
Insbesondere Schwangeren empfiehlt die STIKO am Robert-Koch-Institut die saisonale Influenza-Impfung. Aktuelle Zahlen zeigen, dass diese im Vergleich zu Nicht-Schwangeren einem sechsfach erhöhten Risiko ausgesetzt sind, wegen des H1N1-Erregers ins Krankenhaus eingewiesen zu werden. Der neue Impfstoff sei nun nachweislich unbedenklich für Schwangere. „In Schweden wurden Studien durchgeführt, die die Verträglichkeit des Impfstoffes trotz Wirkverstärker bei Schwangeren feststellten“, so der Gesundheitsexperte.
Schweinegrippe dürfe nach der Pandemiephase nicht unterschätzt werden, warnt Klämbt. Personen, die sich häufig in der Öffentlichkeit aufhalten, medizinisches Personal, Bewohner von Pflege- und Senioreneinrichtungen und die bereits genannten Risikogruppen sollten sich gegen die saisonale Grippe impfen lassen. Letztlich müsse jeder selbst für sich entscheiden, ob er den neuen Grippeimpfstoff befürworte oder nicht. „Wir können nur Empfehlungen geben“, so Klämbt.

Bremen, 2. Juni 2010 – Sie wollen ihre geistige Fitness steigern und greifen zu Medikamenten, die eigentlich für Kranke gedacht sind: Zahlreiche Berufstätige schlucken Pillen, um leistungsfähiger und stressresistenter zu sein. In Deutschland sind es vor allem Arzneien gegen Narkolepsie – einer Schlafkrankheit –, die bei den „Kopfdenkern“ hoch im Kurs stehen: Konzentrationsmängel und Erschöpfungszustände sollen sie verbessern. Dass diese Arzneimittel kaum an „gesunden“ Probanden getestet wurden und Nebenwirkungen nur schwer einschätzbar sind, scheint die Konsumenten nicht zu beunruhigen.
Es ist die Angst auf der Strecke zu bleiben, arbeitslos zu sein oder einfach nicht genügend Anerkennung zu erhalten, die viele Menschen mit Tabletten zu unterdrücken versuchen. „In unserer Leistungsgesellschaft hat man zu funktionieren“, sagt Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. Das habe derzeit einen gefährlichen Trend zur Folge hat – bei Berufstätigen und sogar bei Schülern und Studenten: den Trend zum Medikamenten-Missbrauch, der in den USA bereits seit einigen Jahren gängig ist. Justus: „Arzneimittel, die teilweise schwere Krankheiten heilen sollen, werden ohne Indikation eingenommen, um die Stimmung aufzupolieren und den Geist anzuregen.“
„Neuro-Enhancement“ oder Hirn-Doping nenne sich der neue „Lifestyle“, der vor allem unter Akademikern verbreitet sei. „Das fängt schon mit der Einnahme von Koffeintabletten an, geht über Schmerzmittel, bis hin zu Betablockern wie Metoprolol – einem Medikament gegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz“, so die Geschäftsführerin. Aber auch vor Analeptika wie das Präparat Ritalin schreckten die Kopfdenker nicht zurück. Justus: „Der darin enthaltende Wirkstoff Methylphenidat ist normalerweise zur Behandlung von Konzentrationsstörungen oder dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS) bei Kindern gedacht – keinesfalls aber zur Leistungssteigerung.“
Weiterer Spitzenreiter in Sachen Hirn-Doping sei zudem der Wirkstoff Piracetam, der speziell für Demenz-Erkrankungen entwickelt wurde und hirnorganische Leistungsstörungen verbessern soll. „Der Blockbuster unter den leistungssteigernden Pillen ist allerdings Modafinil – ein Wirkstoff gegen Narkolepsie, der Schlafkrankheit“, betont Justus. Er habe eine ähnliche leistungssteigernde Wirkung wie Amphetamine und wirke gegen den erhöhten Schlafdrang. Wie alle anderen Arzneimittel, sei auch dieser Wirkstoff verschreibungspflichtig – was heutzutage leider keine Hürde mehr sei: Was der Konsument nicht rezeptfrei in der Apotheke bekommt, beschafft er sich über illegale Anbieter im Internet.
Arzneimittel ohne Krankheitssymptome einzunehmen, nur weil sie positive Nebeneffekte haben, sei nicht der richtig Weg. Das verursache auf Dauer mehr Beschwerden als die Betroffenen ohnehin schon hätten. Eine Langzeitanwendung könne zu Suchtverhalten führen, ohne dass das Problem selbst gelöst werde. „Patienten bekämpfen so lediglich die Symptome, suchen aber nicht die Ursache“, so Justus.

Bremen, 3. Mai 2010 – Es hört sich wie ein Aprilscherz an, beruht aber auf Tatsachen: Was für die einen eine rosafarbene oder blaue Blütenpracht im Vorgarten darstellt, ist für die anderen die neue Droge auf „naturbasis“. Derzeit werden die ersten Triebe von Hortensien aus Gärten und auf Balkonen entwendet. Der Grund: In getrockneter und gerauchter Form sollen sie eine mit Haschisch und Marihuana vergleichbare Wirkung haben. Dass der vermeintliche Blumen-Joint eine wirkliche Gefahr ist, wissen die wenigsten: Hortensien enthalten Blausäure, die zu schweren Nebenwirkungen und schlimmstenfalls zum Tode führen kann.
„Seit es sich in der Drogenszene herumgesprochen hat, dass Hortensien ihre Konsumenten in Rauschzustände versetzen, schleichen zur Blütezeit vor allem Jugendliche nachts durch die Gärten und schneiden Triebe von Hortensien ab“, sagt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. Das habe nicht nur verärgerte Gartenbesitzer zur Folge, sondern stelle ebenso eine Gefahr für die Konsumenten dar. Klämbt: „Werden Blätter, Blüten und Triebe von Hortensien geraucht, können die Dämpfe starke Vergiftungserscheinungen hervorrufen.“
Was den Konsumenten von Hortensienbestandteilen zunächst in Rauschzustände versetze, sei der Wirkstoff Hydrangin. Dieser rufe Wohlbefinden, Euphorie und Halluzinationen hervor und habe eine betäubende Wirkung. Hortensien enthielten neben Hydrangin aber ebenfalls Blausäureverbindungen, die beim Verbrennen freigesetzt werden. „Atmet der Konsument Blausäure ein, blockiert diese die Zellatmung im Körper, so dass Sauerstoff nicht mehr verwertet werden kann“, so Klämbt. Dies führe zu Bewusstlosigkeit und Störungen des zentralen Nervensystems und könne letztlich lebensbedrohlich sein.
Dass bei Jugendlichen Hortensien als Ersatz-Droge hoch im Kurs stünden, ließe sich leicht erklären. Die Beschaffung sei spielerisch leicht und die Verführung deshalb groß. „Hortensien sind überall frei verkäuflich und wachsen in zahlreichen Gärten, Parks oder auf dem Balkon“, sagt der Kammerpräsident. Zudem fielen Hortensien nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Der Konsum sei somit nicht strafbar. Die Apotheker könnten deshalb nur an die Vernunft der Konsumenten appellieren. Klämbt: „Wer Hortensien raucht, setzt sein Leben aufs Spiel.“
Eine Vielzahl von Extrakten von Drogenpflanzen würden zwar in der Homöopathie eingesetzt – aber hier auch nur stark verdünnt, in einer geringen Potenzierung. „Nur weil sie für therapeutische Zwecke eingesetzt werden, heißt es eben nicht, dass man sie einfach so konsumieren kann“, sagt Klämbt. Pflanzlich sei in keinem Fall mit harmlos gleichzusetzen.

Bremen, 12. April 2010 – Heuschnupfen sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, sondern rechtzeitig therapiert. Nicht nur, weil er für Betroffene lästig ist und sie in ihrer Lebensqualität einschränkt. Schnell kann aus der saisonalen Bagatelle ein wirkliches Problem werden: Wird die Pollenallergie nicht behandelt, können sich Asthma und Folgeerkrankungen wie Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen entwickeln. Auch kann Heuschnupfen Kreuzallergien zu bestimmten Nahrungsmitteln auslösen. Eine neue Form der Immunisierung verspricht jetzt Abhilfe – ohne Spritzen oder Kortison.
Eine effektive Methode zur Behandlung von Heuschnupfen ist zurzeit die so genannte Hyposensibiliserung. Bekannt ist sie als Subkutane Spezifische Immuntherapie (SCIT) – eine verschreibungspflichtige Behandlungsoption, bei der in regelmäßigen Abständen Allergenextrakte in steigenden Dosen unter die Haut gespritzt werden. „Obwohl diese Therapie sehr erfolgsversprechend ist, empfinden sie die meisten Patienten als sehr unangenehm“, weiß Dr. Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. Das aus mehreren Gründen: Zum einen hätten viele Betroffene Angst vor den Spritzen. Zum anderen erfordere diese Methode viel Zeit und Disziplin, denn die Patienten müssten drei Jahre lang zu festen Tagen den Arzt aufsuchen.
Justus: „Die Erfahrung zeigt, dass viele Arbeitnehmer keine regelmäßigen Termine zur Injektion wahrnehmen können.“ Das mache den Erfolg der Therapie natürlich schwierig. Eine neue Form der Hyposensibilisierung ist deshalb von Vorteil: die Sublinguale Spezifische Immuntherapie (SLIT). Hier werden die Allergene nicht geimpft, sondern in Form von Tropfen, Schmelztabletten oder Sprays geschluckt. Aufgrund der geringen Aufnahme der Allergene über die Mundschleimhaut muss der Patient beides unter die Zunge tropfen oder legen, eine Zeit lang einwirken lassen und zweimal täglich wiederholen.
„Die sublinguale Immuntherapie ist zunächst angenehmer für den Patienten, denn er muss dazu nur zu Beginn der Therapie in die Praxis kommen, um die erste Einnahme unter ärztlicher Kontrolle durchzuführen“, so Justus. Danach könne er selbstständig die Allergene zu sich nehmen. Durch die geringe Aufnahmefähigkeit der Mundschleimhaut seien nur wenige Nebenwirkungen zu erwarten. Viele Betroffene hätten für eine kurze Zeit leichtes Brennen oder Jucken in Mund, Hals oder Augen. Justus: „Bei der subkutanen Injektion hingegen besteht immer auch die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks, was allerdings wirklich sehr selten vorkommt.“ Viel häufiger wären allerdings Rötungen, Quaddeln und Schwellung an der Injektionsstelle. Der Patient müsse deshalb eine halbe Stunde nach Injektion unter Beobachtung stehen.
Beide Methoden würden nicht nur bei Heuschnupfen eingesetzt, sondern auch zur Behandlung von Insektenstichen sowie Hausstaub- und Schimmelpilzallergien. Welche Therapie letztendlich die erfolgreichere ist, ist noch umstritten. Studien belegten zwar die bessere Verträglichkeit der sublingualen Therapie, in der Effektivität sei diese allerdings niedriger angesehen. Das sei aber nicht aussagekräftig, denn jeder Körper reagiere anders. Justus: „Ob impfen oder schlucken – welche Therapie besser anschlägt, muss jeder für sich selbst ausprobieren.“ Beide Methoden erforderten Ausdauer – und die sei unabhängig von Spritzen oder Tropfen nicht jedermanns Sache. Bei keiner der beiden Therapien gebe es allerdings eine Garantie dafür, für immer beschwerdefrei zu sein.

Kindermedizin: Falsche Einnahme gefährdet Gesundheit
Bremen, 10. März 2010 – Wenn Kinder krank sind, ist die Geduld der Eltern gefragt: Denn viele Kleinkinder ekeln sich vor Geruch und Geschmack von Medikamenten, spucken sie aus oder verweigern sie. Nicht selten müssen Eltern tricksen, indem sie Arzneimittel unter die Mahlzeit mischen oder in das Fläschchen zu Tee und Fruchtsaft geben. Aber nicht immer dürfen Tropfen verdünnt, Tabletten zerkleinert und zu Mahlzeiten und Flüssigkeiten hinzugefügt werden.
„Die Kombination mit bestimmten Nahrungsmitteln kann die Wirkung der Medikamente herabsetzen oder aber verstärken“, sagt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. Um gefährliche Wechsel- oder Nebenwirkungen zu vermeiden, sollten Eltern sich immer bei dem Kinderarzt oder in der Apotheke nach der genauen Form der Darreichung erkundigen.
Doch nicht nur das Mischen mit anderen Substanzen, sondern auch eine unregelmäßige Einnahme könne die Wirkungsweise von Medikamenten beeinflussen. Werde beispielsweise ein Antibiotikum nicht regelmäßig und vollständig eingenommen, könne sich der Krankheitszustand des Kindes erheblich verschlechtern. Klämbt: „Bakterien breiten sich dann vermehrt aus und führen nicht selten zu Resistenzen gegen das Antibiotikum selbst.“ Um den Wirkstoffkonzentration im Blut aufrecht zu erhalten, sollten Kinder ihre Medikamente immer zur gleichen Uhrzeit erhalten.
Kleine Hilfsmittel können Einnahme erleichtern
Dürfen Arzneimittel nicht verdünnt werden, können Eltern auch auf andere Hilfsmittel zurückgreifen: Vor allem die Beschaffenheit von Medikamenten selbst sei in den meisten Fällen eine große Hürde. „Kinder müssen keine Tabletten oder Kapseln einnehmen – viele Wirkstoffe gibt es auch als Saft, Tropfen, Zäpfchen oder lösliches Pulver, was wiederum die Einnahme erleichtert“, so Klämbt. Welche Wirkstoffe in welcher Form erhältlich seien, könne in allen Apotheken erfragt werden.
Mit Einmalspritzen ohne Nadeln könnten Arzneisäfte leichter in den Mund gelangen und geschluckt werden. Für Babys gäbe es außerdem einen Medikamentenschnuller, der Arzneimittel je nach Wirkungsort langsam oder schnell in den Mund abgebe. Bei Erkältungskrankheiten sei auch ein Inhalationssauger zu empfehlen, durch den Kinder ätherische Öle einatmeten. „Allerdings sollte nicht mit Pfefferminz- und Eukalyptusöl inhaliert werden, da beide Substanzen bei kleinen Kindern Krampfanfälle im Kehlkopf auslösen und zu einem Atemstillstand führen können“, warnt Klämbt.
Selbstmedikation kann dauerhaft schädigen
Dauerten die Beschwerden des Kindes mehr als zwei bis drei Tage an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In keinem Falle sollten die Eltern aber auf vorhandene oder rezeptfreie Arzneimittel zurückgreifen. „Jeder Wirkstoff ist auf Beschwerden, Gewicht und Alter des Kindes abzustimmen – das können nur Ärzte, nicht aber Laien“, sagt Klämbt. Nicht in jedem Alter verarbeiteten Leber und Niere bestimmte Wirkstoffe gleichermaßen. Einige Arzneimittel könnten sogar das Knochenwachstum verzögern oder schädigen.
Zahlreiche Arzneistoffe seien bei bestimmten Altersgruppen gesundheitsschädigend und deshalb verboten. „Um die Gesundheit des Kindes nicht auf‘s Spiel zu setzen, sollten Medikamente immer nur in Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden“, so Klämbt. Vorsicht sei auch bei der Aufbewahrung geboten: „Kinder sind neugierig und probieren gerne aus – schnell landet da eine liegengelassene Tablette im Mund“, warnt der Kammerpräsident weiter. Eltern sollten Medikamente deshalb in einem abgeschlossenen Arzneimittelschrank aufbewahren.
Was für die Eltern gilt, gilt auch für die Apotheker: „Grundsätzlich erfolgt die Herausgabe von Medikamenten an Kinder nur unter großem Vorbehalt, da immer die Gefahr eines Missbrauchs besteht“, sagt Klämbt. Apotheker seien dazu angehalten, idealerweise keine Medikamente an Kinder herauszugeben und telefonische Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten zu halten. Klämbt: „Wird ein Kind zum Abholen eines Medikamentes geschickt, sollte es am besten eine schriftliche Genehmigung der Eltern mit sich führen.“
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