Berlin, 18. Juni 2026 – Der Sommer ist da und die nächste Hitzewelle steht unmittelbar bevor. Auch auf die Arzneimitteltherapie kann sich die Hitze auswirken: „Wer längerfristig Arzneimittel braucht, sollte in der Apotheke vor Ort nachfragen, ob eine Dosisanpassung oder andere Vorsichtsmaßnahmen notwendig sind“, rät Stephanie Tiede, Apothekerin und Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer. „Zwei, drei heiße Tage sind in der Regel kein Problem. Aber auf eine längere Hitzeperiode sollte man sich besser vorbereiten. Die Beratung in der Apotheke empfehle ich vor allem Menschen, die dauerhaft rezeptpflichtige Arzneimittel brauchen.“
Bei einer Hitzewelle problematisch sind zum Beispiel arzneimittelhaltige Pflaster, die unter anderem gegen starke Schmerzen verordnet werden. Ihr Wirkstoff wird in der Haut resorbiert und gelangt so ins Blut. Bei Hitze wird die Haut besser durchblutet, dadurch wird mehr Arzneistoff aufgenommen. Tiede: „Eine unabsichtliche Überdosierung könnte unter anderem den Atemreflex verringern. Das kann lebensgefährlich werden. Mein dringender Rat an alle Patientinnen oder Patienten, die solche Pflaster brauchen: Bitte ändern Sie nicht auf eigene Faust etwas an der Dosierung, sondern sprechen Sie zuerst mit Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker.“ Die Wirkung der Pflaster hält noch einige Zeit an, nachdem das Pflaster von der Haut abgelöst wurde.
Bei Hitze schwitzt man viel, was zu einem Wasserverlust führen kann. Verschiedene blutdrucksenkende Arzneimittel wie zum Beispiel Entwässerungsmittel können diesen Wasserverlust verstärken. Der Körper kann dadurch austrocknen, was sich unter anderem durch Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen bemerkbar macht. Tiede: „Während einer Hitzewelle kann eine zeitweise Dosisanpassung der Medikamente erforderlich sein. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten. Am besten wiegen sich Betroffene während einer Hitzewelle täglich, um so ihren Wasserhaushalt engmaschig zu kontrollieren. Wichtig finde ich auch die Zufuhr von Elektrolyten.“
Tiede ist in einer Hamburger Apotheke angestellt. „Wer bei großer Hitze seine - hoffentlich kühle - Wohnung nicht verlassen möchte, dem liefern wir bei Bedarf dringend notwendige Arzneimittel auch per Botendienst.“ Die Mehrzahl der Apotheken bieten Botendienste an. Bei den Apotheken-Botendiensten werden alle Qualitätsvorgaben eingehalten. Gerade bei hohen Temperaturen ist wichtig, dass die Temperaturvorgaben auch beim Transport eingehalten werden. Nicht kühlpflichtige Arzneimittel sollten zwischen 15 und 25 Grad Celsius gelagert und transportiert werden, kühlpflichtige wie Insulin bei 2 bis 8 Grad Celsius. In Apotheken sind Kühltaschen erhältlich.
Mehr Informationen auf www.abda.de
Berlin, 30. September 2026 – Der Deutsche Apothekerverband (DAV) lehnt die Wiedereinführung von Ausschreibungen bei der Versorgung mit patientenindividuell hergestellten Krebsarzneimitteln (Zytostatika) und Hilfsmitteln vehement ab. Entsprechende Regelungen, die bereits in den Jahren 2016 und 2017 galten, sollen nach bekannt gewordenen Änderungsanträgen zum Notfallreformgesetz für zusätzliche Einsparungen bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sorgen. Der DAV warnt jedoch vor erheblichen Risiken für die Versorgung.
Berlin / Deutschland, 30. September 2026 – ABDA – Der Bundesverband der Deutschen Apothekenverbände hat sein Statistisches Jahrbuch "Deutsche Apotheken: Zahlen, Daten, Fakten 2026" veröffentlicht. Die 132-seitige Veröffentlichung bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Fakten und Statistiken des Apothekenmarktes sowie über die neuesten Trends im Pharma- und Gesundheitssektor in Deutschland und darüber hinaus.
Berlin, 24. September 2026 – Die im Referentenentwurf zum Gesetz zur Neuordnung der Pflegeversicherung (PNOG) vorgesehene Neuregelung bei zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln gefährdet aus Sicht von fünf Verbänden der Gesundheitswirtschaft die Versorgungssicherheit und den Infektionsschutz in der häuslichen Pflege.