Bremen, 19. Mai 2025: Die Apothekerkammer Bremen hat seit Montagabend einen neuen Präsidenten: Die Kammerversammlung wählte den 47-jährigen Sebastian Köhler mit deutlicher Mehrheit in das höchste Amt der Bremer Standesvertretung. Köhler erhielt 79 von 88 abgegebenen Stimmen. Sein Mitbewerber, der Bremerhavener Apotheker Mobin Tawakkul, der zudem eine Filiale in Niedersachsen betreibt, kam auf neun Stimmen.
Köhler folgt auf Klaus Scholz, der das Amt über mehrere Jahre innehatte. In seiner Abschiedsrede blickte Scholz auf seine Amtszeit zurück und erklärte, „die Aufgabe als Präsident habe ihm fast immer große Freude bereitet“. Besonders die Herausforderungen während der Covid-19-Pandemie hätten ihn jedoch an seine Grenzen gebracht. Nun freue er sich darauf, mehr Freizeit mit seiner Familie verbringen zu können.
Der neue Präsident kündigte an, sich insbesondere für den Erhalt inhabergeführter, öffentlicher Apotheken einzusetzen. „Inhabergeführte, öffentliche Apotheken müssen unbedingt erhalten bleiben“, betonte Köhler. Angesichts wachsender Konkurrenz durch Drogerien und Großhändler sieht er politischen Handlungsbedarf, insbesondere durch weiteren Ausbau der pharmazeutischen Dienstleistungen und Ausweitung pharmazeutischer Kompetenzen. Voraussetzung dafür sei jedoch eine angemessene Vergütung der zusätzlichen Aufgaben.
Besorgt äußerte sich Köhler zudem über den rückläufigen Nachwuchs. Immer weniger Apotheker:innen entschieden sich für die Arbeit in der öffentlichen Apotheke – eine Entwicklung, die nach seiner Auffassung dringend gestoppt werden müsse.
Zum neuen Vizepräsidenten wählte die Kammerversammlung mit 85 Stimmen den 59-jährigen Dr. Stefan Schwenzer. Er betreibt seit zehn Jahren eine Apotheke in der Bremer Vahr und war zuvor unter anderem in der Entwicklung des Bundeseinheitlichen Medikationsplans bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung tätig. Er plädiert dafür, dass Apotheken zukünftig zusätzliche Aufgaben im Bereich der Prävention übernehmen. Zugleich fordert er mehr politische Anerkennung für die Arbeit in den Vor-Ort-Apotheken. Häufig würden insbesondere die persönliche Beratung und der direkte Kontakt zu Patientinnen und Patienten unterschätzt.
Neu in den Vorstand wurden zudem Alae Alnaser und Torben Scholz gewählt, Christina Jäger und Axel Stellings wurden im Amt bestätigt. Christina Haar hat nicht erneut für den Vorstand kandidiert.
Ein weiteres Thema der Kammerversammlung war die elektronische Patientenakte. In einem Gastvortrag wurden die geplanten Möglichkeiten vorgestellt, künftig auch Medikamentenpläne für Apothekerinnen und Apotheker digital zugänglich zu machen. Die Teilnehmenden bewerteten diese Entwicklung grundsätzlich positiv. Gleichzeitig verwiesen sie auf den zusätzlichen Arbeitsaufwand, dessen Vergütung bislang ungeklärt sei.
Berlin, 9. Juni 2026 – Mehr als 4 Millionen Bürgerinnen und Bürger müssen mehr als 6 Kilometer bis zur nächsten Apotheke zurücklegen. Damit leben 4,9 Prozent der 82,6 Millionen Menschen in Deutschland in einer mit Arzneimitteln schwach versorgten Region. Die absolute Zahl der vom Apothekenmangel betroffenen Menschen ist in Bayern besonders hoch (knapp 900.000 Menschen), während in Mecklenburg-Vorpommern ein besonders großer Anteil der Bevölkerung (21,7 Prozent) weite Wege bis zur nächsten Apotheke auf sich nehmen muss
Meran, 4. Juni 2026 – Viele Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln, obwohl sie diese oft gar nicht brauchen. „Im Dschungel der Nahrungsergänzungsmittel den Überblick zu behalten ist schwierig – viele Menschen verlassen sich auf unhaltbare Werbeversprechen und glauben fälschlicherweise, unterversorgt zu sein“, sagte Professor Dr. Mona Tawab beim Fortbildungskongress pharmacon Meran.
Berlin, 3. Juni 2026 – Die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Deutschland könnte schneller und effizienter werden, wenn Apothekerinnen und Apotheker mehr Kompetenzen in der Primärversorgung übernehmen würden. Die Apothekerinnen und Apotheker sind bereit, hier mehr Verantwortung zu übernehmen und wollen das Thema Primärversorgung gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen aktiv mitgestalten.