Schladming, 24. Januar 2025 – Ernährung spielt bei der Prävention von Krebserkrankungen und zudem während der Krebstherapie eine Rolle. „Zu einer gesunden Ernährung gehören viele Facetten. Von der Einnahme isolierter Nahrungsergänzungsmittel zur Krebsprävention rate ich selbst allerdings ab – es sei denn, ein Mangel wurde ärztlich diagnostiziert“, sagte Dr. Jann Arends, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Freiburg vor Apothekerinnen und Apothekern beim Fortbildungskongress pharmacon der Bundesapothekerkammer.
Zur Krebsvorbeugung wird ein normales Körpergewicht empfohlen. Unter anderem sollten möglich viel pflanzliche Nahrung, aber wenig Fast-Food, Wurst, zuckerhaltige Getränke oder Alkohol verzehrt werden. Wichtig seien außerdem drei bis vier Stunden moderate körperliche Aktivität pro Woche und ein wirksames Stressmanagement.
Während der Krebsbehandlung kommt es oft zu einer Mangelernährung (Kachexie). Dagegen sind verschiedene Maßnahmen möglich. Der erste Schritt ist eine individuelle professionelle Ernährungsberatung. Reicht das nicht aus, kommen die Kostanreicherung mit Protein oder Fett hinzu sowie spezielle Trinknahrungen. Wenn das nicht ausreicht, können Ärztinnen und Ärzte Sondennahrung oder eine parenterale Ernährung verordnen.
Während einer palliativen Tumortherapie oder bei erwarteter Überlebensprognose von mehreren Monaten gelten die gleichen Empfehlungen wie bei kurativer Therapie. Bei kürzerer Prognose sollte eine künstliche Ernährung nur ausnahmsweise eingesetzt werden, ggf. ist eine symptomatische Unterstützung mit Glucocorticoiden (umgangssprachlich auch „Kortison“ genannt) zu erwägen. In den letzten Lebenstagen ist primär eine symptomorientierte Behandlung, d.h. das Stillen von Durst und z.B. Mundsorge t angezeigt.
Bislang ist in Deutschland kein Arzneimittel gegen Kachexie zugelassen. Arends informierte beim pharmacon die Kongressteilnehmenden darüber, welche Arzneimittel außerhalb der Zulassung gegen Kachexie eingesetzt werden und zu welchen Arzneistoffen derzeit klinische Studien laufen.
Die Bundesapothekerkammer bietet eine 100-stündige Fortbildung zur Ernährungsberatung an. Bislang haben rund 2.100 Apothekerinnen und Apotheker diese erfolgreich abgeschlossen.
Mehr Informationen auf www.abda.de
Ansprechpartner:
Benjamin Rohrer, Pressesprecher, 030 40004-131, b.rohrer@abda.de
Dr. Ursula Sellerberg, Stellv. Pressesprecherin, 030 40004-134, u.sellerberg@abda.de
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