Meran, 2. Juni 2026 – Durchfallerkrankungen werden oft durch unbeabsichtigte Infektionen verursacht. „Es herrscht immer noch Unwissen dazu, wie man sich vor Durchfall schützen kann“, sagte Professor Dr. Thomas Weinke beim Fortbildungskongress pharmacon Meran. Der Gastroenterologe ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesapothekerkammer. Die Infektionen werden meist durch verunreinigte Nahrungsmittel, Wasser oder Schmierinfektionen übertragen.
Durchfallerkrankungen heilen in vielen Fällen innerhalb weniger Tage ab. Auf die leichte Schulter sollte man Durchfall dennoch nicht nehmen, vor allem bei Kindern oder Senioren. Weltweit sind Durchfallerkrankungen eine der häufigsten Todesursachen für Kinder.
Als Beispiel für Hygienefehler nannte Weinke den Umgang mit rohem Hühnerfleisch. „Rund die Hälfte aller Hühner ist kontaminiert mit dem Bakterium Campylobacter. Wird rohes Hühnchenfleisch in der Küche mit Wasser abgewaschen, dann kontaminiert das Spritzwasser die Umgebung. Deshalb sollte man Hühnerfleisch nie abwaschen und auch nur gut durchgegart essen.“ Durch Erhitzen des Hühnerfleischs auf mindestens 70 Grad für mindestens zwei Minuten werden die Erreger zerstört. Auch Schalentiere sind oft hoch belastet mit Durchfall-auslösenden Mikroorganismen.
Weinke: „Vermutlich hat jeder schon mal die Regel gehört, dass man im Urlaub nur gekochte oder geschälte Lebensmittel verzehren soll, um sich vor Durchfall zu schützen. Aber das ist unrealistisch. So gut wie jeder Reisende macht Hygienefehler oder kann die Zubereitung von Speisen in einem Restaurant gar nicht kontrollieren. Durchfallmittel gehören deshalb in jede Reiseapotheke.“
Durchfall führt zum Verlust von Mineralstoffen, die am besten durch eine Elektrolytlösung aus der Apotheke ersetzt werden. Von dem Hausmittel ‚Cola plus Salzstangen‘ rät Weinke nachdrücklich ab. „Der hohe Zuckergehalt kann Durchfall sogar noch begünstigen, während das Mineral Kalium fehlt.“ Alternative: 4 Teelöffel Zucker mit einem dreiviertel Teelöffel Salz mischen und dies in 250 Millilitern Orangensaft plus einem Liter Mineralwasser lösen. Ist kein Orangensaft verfügbar, kann man Bananen essen, denn sie enthalten ebenfalls Kalium.
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Berlin, 9. Juni 2026 – Mehr als 4 Millionen Bürgerinnen und Bürger müssen mehr als 6 Kilometer bis zur nächsten Apotheke zurücklegen. Damit leben 4,9 Prozent der 82,6 Millionen Menschen in Deutschland in einer mit Arzneimitteln schwach versorgten Region. Die absolute Zahl der vom Apothekenmangel betroffenen Menschen ist in Bayern besonders hoch (knapp 900.000 Menschen), während in Mecklenburg-Vorpommern ein besonders großer Anteil der Bevölkerung (21,7 Prozent) weite Wege bis zur nächsten Apotheke auf sich nehmen muss
Meran, 4. Juni 2026 – Viele Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln, obwohl sie diese oft gar nicht brauchen. „Im Dschungel der Nahrungsergänzungsmittel den Überblick zu behalten ist schwierig – viele Menschen verlassen sich auf unhaltbare Werbeversprechen und glauben fälschlicherweise, unterversorgt zu sein“, sagte Professor Dr. Mona Tawab beim Fortbildungskongress pharmacon Meran.
Berlin, 3. Juni 2026 – Die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Deutschland könnte schneller und effizienter werden, wenn Apothekerinnen und Apotheker mehr Kompetenzen in der Primärversorgung übernehmen würden. Die Apothekerinnen und Apotheker sind bereit, hier mehr Verantwortung zu übernehmen und wollen das Thema Primärversorgung gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen aktiv mitgestalten.