Meran, 4. Juni 2026 – Viele Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln, obwohl sie diese oft gar nicht brauchen. „Im Dschungel der Nahrungsergänzungsmittel den Überblick zu behalten ist schwierig – viele Menschen verlassen sich auf unhaltbare Werbeversprechen und glauben fälschlicherweise, unterversorgt zu sein“, sagte Professor Dr. Mona Tawab beim Fortbildungskongress pharmacon Meran. Sie ist Wissenschaftliche Leiterin des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker (ZL) in Eschborn.
Rund die Hälfte der Bundesbürger glaubt fälschlicherweise, dass Nahrungsergänzungsmittel das gleiche wie Arzneimittel sind und auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft seien. Tawab: „In den sozialen Medien wird oft das Blaue vom Himmel versprochen, Studienergebnisse verdreht oder Fakten schlicht erfunden. Deshalb ist es unverzichtbar, dass das Apothekenteam mit kompetenzbasierter Beratung und patientenindividuellen Empfehlungen die Gesundheitskompetenz der Verbraucherinnen und Verbraucher stärkt.“
Ein Indikator für unseriöse Nahrungsergänzungsmittel sind Werbeaussagen, die von den behördlich festgelegten „Health Claims“ abweichen. „Wenn jemand sagt, dass das ein Nahrungsergänzungsmittel angeblich gegen eine Erkrankung helfen soll, ist das immer ein Warnsignal“, sagte die Apothekerin. „Krankheitsbezogene Werbung ist für Nahrungsergänzungsmittel gesetzlich verboten.“ Apotheken ist untersagt, solche Mittel zu verkaufen. Dennoch greifen viele Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin im Internet zu solchen dubiosen Mitteln.
Tawab: „Hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel sind nicht nur teuer, sondern können auch gesundheitliche Schäden verursachen. Sie können zudem die Wirkung von Arzneimitteln stören.“ Bei Vitaminen und Mineralstoffen empfiehlt Tawab, diese nur nach einer Messung der individuellen Blutwerte einzunehmen. Denn nur so ließe sich feststellen, ob überhaupt ein Mangel vorläge. Diese Messungen werden von immer mehr Apotheken angeboten. Das ZL arbeitet derzeit an der Evaluation der Messgeräte für Apothekentests.
Weitere Informationen auf www.abda.de
Berlin, 10. Juli 2026 – Deutschlands Apothekerinnen und Apotheker begrüßen einzelne Neuerungen in der Arzneimittelversorgung, die am heutigen Freitag im Bundesrat im Rahmen einer Verordnung beschlossen werden sollen. Zugleich lehnen sie die finanzielle Schwächung der Apotheken ab, die ebenfalls am heutigen Freitag wenige Kilometer entfernt im Bundestag per Gesetz auf den Weg gebracht werden soll.
Berlin, 7. Juli 2026 – Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ruft die Bundestagsabgeordneten dringend dazu auf, von einer neuen finanziellen Belastung der rund 16.000 Apotheken abzusehen. Hintergrund ist: Am morgigen Mittwoch berät der Gesundheitsausschuss des Bundestages über das Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz).
Berlin, 18. Juni 2026 – Deutschlands Apothekerinnen und Apotheker unterstützen das Ziel, die Finanzierung der Krankenkassen zu stabilisieren. Zugleich kritisieren sie eine geplante, erneute wirtschaftliche Belastung der Apotheken. Denn nach Jahren der chronischen Unterfinanzierung sind weitere Belastungen schlichtweg überproportional und gefährlich. Das schreibt die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in ihrer heutigen Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz).