München, 17. September 2026 – Bei der Primärversorgung können die Apotheken eine wichtige Rolle übernehmen. Dies war ein Fazit des gestrigen Themenforums „Gemeinsam besser versorgen: Die Primärversorgung der Zukunft“ beim diesjährigen Deutschen Apothekertag in München.
An der Diskussionsrunde beteiligten sich Prof. Dr. Hans Theiss, MdB (CSU, Berichterstatter Primärversorgung), Thomas Zöller (Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung), Dr. Oliver Funken (Ärztekammer Nordrhein), Anne-Kathrin Klemm (BKK Dachverband) sowie ABDA-Präsident Thomas Preis. Moderiert wurde das Themenforum von Alexander Müller von der Pharmazeutischen Zeitung.
ABDA-Präsident Thomas Preis äußerte sich zur Rolle der Apotheken in der Primärversorgung: „Viele leichte Erkrankungen brauchen keine ärztliche Versorgung – hier wollen wir Apothekerinnen und Apotheker Hilfe zur Selbsthilfe geben und die Arztpraxen soweit möglich entlasten. Der Arzt oder die Ärztin muss sich nicht mit jeder einfachen Infektion wie Husten beschäftigen. Hier müssen die Patienten mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen, die Apothekenteams können sie dabei unterstützen.“
Preis wünscht sich eine weitere Einbindung der Apotheken in die Primärversorgung: „Die Primärversorgung gibt es schon heute, nur ist sie oft noch unstrukturiert. Ohne Apotheken vergäbe man eine Chance in der Primärversorgung – das ist unser Appell vom Deutschen Apothekertag an die Politik.“ Preis zufolge geben Apotheken rund die Hälfte aller Packungen an Patientinnen und Patienten ab, die vorher keinen Arzt oder keine Ärztin gesehen haben.
Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbands, plädierte für eine bessere Zusammenarbeit der einzelnen Akteure: “Wir beklagen seit Jahren Über-, Unter- und Fehlversorgung. Ich stelle mir Primärversorgung so vor, dass es eine durchgehende Versorgungskette gibt. Es muss eine digital gestützte Ersteinschätzung sein, das kann in der Arztpraxis oder in der Apotheke stattfinden. Die richtige Versorgungsebene ist nicht immer nur beim Arzt. Wir müssen vermeiden, dass Doppelstrukturen und -vergütungen entstehen. Ich hoffe hier auf die elektronische Patientenakte. Am Ende des Tages werden wir die Arztpraxen durch die Primärversorgung entlasten.“
Thomas Zöller, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung: „Im ländlichen Raum gibt es schon heute weite Wege zu Arztpraxen. Für mich ist die Nähe der Primärversorgung wichtig, dabei spielen Apotheken eine große Rolle. Mir ist egal, wer mir hilft – Hauptsache mir wird geholfen.“
Professor Dr. Hans Theiss, MdB ist CSU-Mitglied und Berichterstatter Primärversorgung für die Unionsfraktion im Bundestag. Theiss sagte: „Was die Patientinnen und Patienten stört, sind die heute zum Teil enorm langen Wartezeiten. Die Patienten müssen spüren, dass sie schneller Hilfe bekommen, wenn es darauf ankommt. Ich glaube, dass wir uns zu Recht auf Bundesebene auf den Weg machen mit Strukturreformen. Ich bin dafür, dass wir die Apotheken auch in andere Aspekte als Impfen einbinden, aber wir dürfen keine Überversorgung schaffen.“
Dr. Oliver Funken, Mitglied des Vorstands der Ärztekammer Nordrhein, brachte die ärztliche Sicht in die Diskussion ein: „Die Versorgung der Patientinnen und Patienten soll erhalten bleiben. Die Spielregeln müssen klar sein, mit eindeutigen Behandlungs- und Kommunikationsstrukturen. Ich muss nicht jeden Patienten in meiner Praxis sehen.“ Funken engagiert sich auch im Bereich Prävention. „Wenn wir jetzt nicht anfangen, die Primärprävention voranzutreiben – wo sind wir dann in einer Generation? Dieses Problem müssen wir mitdenken.“
Weitere Informationen unter www.abda.de
München, 17. September 2026 – Bei der Primärversorgung können die Apotheken eine wichtige Rolle übernehmen. Dies war ein Fazit des gestrigen Themenforums „Gemeinsam besser versorgen: Die Primärversorgung der Zukunft“ beim diesjährigen Deutschen Apothekertag in München.
München, 15. September 2026 – „Der Gesetzgeber hat den Apotheken mehr Möglichkeiten, mehr Aufgaben und damit auch mehr Verantwortung in der Gesundheitsversorgung der Menschen in unserem Land gegeben. Die Apothekerschaft ist bereit, diese Verantwortung zu übernehmen“, sagte ABDA-Präsident Thomas Preis anlässlich zur Eröffnung des Deutschen Apothekertags, der noch bis 17. September 2026 in München stattfindet.
München, 15. September 2026 – Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert den Gesetzgeber und die Krankenkassen auf, die Leistungen der Apotheken angemessen zu vergüten und regelmäßig an die Kostenentwicklungen anzupassen. „Einen erneuten Stillstand bei der Vergütung der Apotheken darf es nicht mehr geben“, sagte DAV-Vorsitzender Dr. Hans-Peter Hubmann anlässlich der Eröffnung der pharmazeutischen Leitmesse EXPOPHARM in München.